Tiepolo und sein malerischer Witz

16.04.2015 19:00 Uhr Hörsaal III, Universität Bonn

Lena Hennen

Giovanni Battista Tiepolo hat sich mit endlosen Himmelsweiten und fröhlichen Festen in die Herzen der Kunstliebhaber gemalt. Besonderen Ruhm genießt er als Freskant von Schlössern und Palästen in ganz Europa, von venezianischen Kirchen und Villen des Veneto.

Doch auch in seinen weniger bekannten mythologischen Leinwandgemälden entwirft der venezianische Künstler des Settecento eine kleine, delikate Welt voll von klugem Witz und originellem Scharfsinn! In dem Vortrag geht es um diese weitaus intimeren Werke, die durchaus überraschen können: Im Zentrum werden die Gemälde Der Raub der Europa und Danae stehen, die keinen Zweifel mehr daran lassen, dass Tiepolo seinen Sujets mit sehr vielmehr Verstand entgegengetreten ist, als die fröhliche Leichtigkeit, die sie ausstrahlen, erwarten lässt. Tiepolo wird uns dabei mit einem so lustigen Tiefsinn begegnen, der nach unserem heutigen Verständnis nahezu paradox anmutet. Mit den Geschichten der Liebschaften des Göttervaters Zeus zeigt uns der Maler, wie Unterhaltung und Ernsthaftigkeit vereint werden können, und schafft eine amüsante Interpretation von klassischen Bildthemen.

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